Freitag, 6. April 2012

Märchenschatz (2)

Keine andere Dichtung versteht dem menschlichen Herzen 
so feine Dinge zu sagen wie das Märchen.
Johann Gottfried Herder


Wie findet man nun aber das passende Märchen für die Klasse? Viele Wege führen nach Rom und verschiedene Wege führen zu den Märchen. Jeder Weg ist sicher subjektiv, geht also ganz von dem aus, der auf der Suche nach einem Märchen ist.


Als ich auf der Suche nach einer passenden Geschichte für unsere Unterstufen-Osterfeier war, merkte ich, wie wichtig es ist, dabei wirklich diesem Subjektiven, wohl besser Individuell-Authentischem seinen Raum zu geben. Alle Vorschläge meiner Kollegen waren richtig gut und mit Blick auf aller vier Klassen passend, aber ich hätte sie nur für meine Klasse nicht ausgesucht. Und ich merkte schnell, dass ich gern für alle Klasse etwas erzählen wollte, aber das konnte ich nur, wenn es vor allem für meine Klasse stimmte. So war es dann gar nicht mehr schwer, sich eben für ein bestimmtes Märchen und nicht für eine andere Geschichte zu entscheiden.

Bereits während meiner Auszeit hatte ich einige Sekundärliteratur zum Thema Märchen gelesen, aber vor allem habe ich in meinen vielen Märchenbüchern nicht nur von den Gebrüdern Grimm geschwelgt. Mir war es wichtig, mich wieder mehr in der Märchenstimmung zu beheimaten und noch gar nicht ganz konkret zu beschließen, wann ich welches Märchen erzähle.

Nach und nach habe ich dann meinen Weg herausgefunden:

  • Bei der Auswahl leiten mich vor allem jahreszeitliche bzw. jahresfestliche Motive. 
  • Ich habe viele ganz unterschiedliche Märchendeutungen gelesen und fast alles wieder vergessen. Aber dieses unbewusste Wissen leitetet mich auch bei der Entscheidung für ein Märchen.
  • Ich höre auf den guten Rat meiner Kollegen. 
  • Manchmal fragen die Kinder / ein Kind nach einem Märchen und dieses Märchen erscheint ganz stimmig.
  • Ich lausche auf die Klasse und manchmal merke ich, dass ein Märchen sich jetzt gerade ganz stimmig für die Klasse anfühlt.
Meistens beschränke ich meine Auswahl auf die Märchen der Gebrüder Grimm. Und obwohl einige Kinder das ein oder andere Märchen bereits kennen (manchmal leider auch schon eine filmische Adaption gesehen haben), ist der Erzählteil am Ende unseres gemeinsamen Schulvormittags immer ein herbeigefreuter Höhepunkt.

Bei meinem ersten Durchgang hatte ich oft den Anspruch, vieles ganz perfekt zu machen. Aber ich bin mir sicher, eine perfekte Märchenauswahl kann es gar nicht geben oder aber sie ist immer richtig, denn die Seelennahrung, die sich Kinder damit aneignen reicht ja weit über das Heute hinaus.


Hier geht es weiter.

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