Dienstag, 10. April 2012

Osterngras

Das Osterfest fällt terminlich hier immer so, dass es mitten in den Osterferien liegt. Wie kann man nun im Unterricht Motive dieses Festes anklingen lassen, ohne bereits zu weit vorzugreifen? Welche Bilder erzählen für 1. Klässer entsprechend vom Ostergeschehen?


Irene Johansons Buch Geschichten zu den Jahresfesten erzählt in sehr schöner Sprache ein mögliches Bild von Tod und Auferstehung für Kinder. Das Samenkorn muss in der Erde sterben, um neues Leben zu ermöglichen. So ist es eine wundervolle Tätigkeit mit den Kindern Ostergras auszusähen. Die Kinder, die einen Waldorfkindergarten bzw. die Brückenklasse besucht haben, kennen dies bereits. Trotzdem waren alle eifrig bei der Sache. 

Ich hatte für alle Kinder flache Tonschälchen besorgt, die die Kinder sorgfältig auf dem Boden des Schälchens mit ihrem Namen beschrifteten. Nun sprach ich mit den Kindern über das Wunder der Verwandlung beim Getreide. Wir erinnerten uns, dass wir beobachtet hatten, wie sorgfältig die 3. Klässler ihren Acker bestellt haben und es entstand schon etwas Vorfreude auf die eigene Ackerbau-Epoche in der 3. Klasse. Fröhlich stimmten die Kinder in das ihnen bereits bekannte Lied "Im Märzen der Bauer" ein und jeder füllte nun Erde in sein Schälchen. So hatte jetzt jeder seinen kleinen Acker, den es zu bestellen galt. Bevor wir nun die Samenkörner ausstreuten, sprachen wir noch gemeinsam einen Spruch.

Wir säen, wir säen das gold'ne Getreide.
Es keime, es sprieße zu unserer Freude.
Beschenkt und genährt von Sonne, Wind und Regen
so wächst es und grünt es mit Gottes Segen.

(shl)

Wie verschieden die Kinder doch ihre Körnchen verteilten. Manche ließen sie mit Schwung auf ihren Acker rieseln, andere legten behutsam Samenkorn für Samenkorn aus. Nun ließen wir es noch etwas auf die Samenkörner "regnen" und stellten die Pflanzschälchen in Fensternähe auf eine Bank. So bekamen sie Sonnenlicht und hatten es gut warm.

Jeden Morgen beobachteten wir nun, ob sich auf unseren kleinen Äckern etwas veränderte und bereits am zweiten Morgen waren die ersten Keime zu entdecken. Als die Kinder ihre Schälchen am letzten Schultag vor den Ferien mit nach Hause nahmen, war bereits das erste zarte Grün zu sehen. Das Ostergras muss immer gut feucht gehalten werden, verträgt aber keine Staunässe.



Wir haben in diesem Jahr Hafer ausgesät, weil er deutlich schneller  keimt als Weizen. Da wir nur eine knappe Woche Zeit hatten von der Aussaat bis zum Mitnehmen, entschied ich mich dafür. In der Woche davor war aus verschiedenen Gründen keine wirkliche Zeit für eine achtsame Aussaat. Da die letzte Schulwoche vor den Ferien von mir für die Vorbereitung auf das Osterfest geplant war, passte das Aussäen des Ostergrases als Auftakt gut.  

Ein schöner möglicher Spruch zum Aussäen ist von Hedwig Diestel: Wir säen die Samen ...,
ein passendes Lied: Hutsch He




Kommentare:

Eva hat gesagt…

Wir säen auch jedes Jahr, meist bin ich zu spät und dann keimt es nicht so gut bis Ostern. Mit Hafer habe ich es noch nie probiert. Das wäre vielleicht eine Idee für mich! Wir singen auch gerne das Lied "Hutsch he, hutsch he, der Ackermann sät", wenn wir säen. Das Buch "Geschichten zu den Jahresfesten" mögen wir auch sehr, obwohl meine Großen natürlich inzwischen mehr brauchen. Doch auch sie hören immer noch gerne zu.

Nula hat gesagt…

Hutsch he, genau, das fehlt hier noch in meiner Aufzählung.

Meine jüngste Tochter hat ihren Hafer einen Tag vor unseren ausgesät. Den haben wir jetzt zu Hause stehen. Ich finde, er sieht spillriger aus als mir der Weizen in Erinnerung war. Aber er keimte und grünte wirklich deutlich schneller.

Katharina hat gesagt…

Die vorösterliche Zeit finde ich immer unglaublich schwer im Alltag zu gestalten...
Während in der Adventszeit schon alles für Weihnachten gerichtet werden kann, in freudiger Erwartung, irritiert ist es mich, dass schon so früh überall Ostereier zu finden sind, alles schon so üppig-österlich geschmückt wird... Wobei das eigentliche "Ostereier-Ostern" doch erst Ostersonntag beginnen kann.
Du hattest mich ja gefragt: Ich weiß noch nicht, in welche Klassenstufe ich kommen werde. Im Assistenzjahr beginnt man normalerweise in einer ersten Klasse und wechselt dann später je nach Bedarf epochenweise die Klasse. Bei mir ist allerdings auch noch ungewiss, ob ich in eine Großklasse oder in den Förderzweig der Schule kommen werde. Ich habe neben der Klassenlehrer-Ausbildung nämlich auch Heilpädagogik studiert. Das Einzige, was klar ist: Ich werde nicht in die Klasse meiner Tochter kommen. ;-) Auf den Rest bin ich dann gespannt!
Liebe Grüße
Katharina

Nula hat gesagt…

In den Läden fängt Ostern
inzwischen fast direkt nach
Weihnachten an und auch hier wird ringsherum oft bereits
deutlich vor Ostersonntag bunt geschmückt. Mit den eigenen
Kindern habe ich ab Ostersonntag erst ein Ei nach dem
anderen an den Strauch gehängt. Aber bei uns steht der
Weihnachtsbaum auch bis Lichtmess.

Na, dass ist ja toll, dass du in verschiedenen Klassenstufen
sein kannst. Hier ist man oft ein ganzes Jahr in einer Klasse.
Ich bin damals gleich nach dem Studium ins kalte Wasser
gesprungen. Aber meine alte Klasse war ein wirklich guter
Lehrer (ich musste durch einige Nadelöhre durch).

Eva hat gesagt…

Dann sieht der Hafer eher wie richtiges Gras aus? Das habe ich ein Jahr gesät, aber das war viel zu dünn.

Nula hat gesagt…

Der Hafer sah schon aus wie auf dem Foto. Doch jetzt finde ich ihn eher schwächer (als es mir vom Weizen in Erinnerung ist), trotz gießen und immer wieder in den Garten stellen.

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