Samstag, 14. April 2012

Theater 8. Klasse (2.Teil)



Bei unserem Marionetten-Spiel im 7. Schuljahr hatten wir uns viele Bühnenbilder, Requisiten und besondere Ideen einfallen lassen. Bei diesem Stück nun sind wir mit nur einem Bühnenbild ausgekommen. 
Peters Dachboden befand sich rechts von der Hauptbühne etwas erhöht. Beim Bau der Bühne und der beiden Türen sowie der beiden tapezierten Wände gab es Anleitung und Unterstützung von einem Zimmermann, der auch als Hausmeister bei uns an der Schule tätig ist.
Da wir uns in der Geschichtsepoche sehr ausführlich mit der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigt hatten, fanden die Schülerinnen und Schüler sehr genau auch die richtigen Kostüme. Unsere Handarbeitslehrerin nähte und suchte gemeinsam mit ihnen nach den passenden Kostümen und den noch fehlenden Requisiten und Entwarf mit ihnen die Frisuren.

Wie kann man die besonderen Lebensumstände verdeutlichen?

Für eine Szene musste ein Walzer eingeübt werden. Ein Glück, dass unsere Eurythmielehrerin uns dabei unterstützte. Was bei den Aufführungen so leicht aus sah, brauchte einiges an Vorlauf.
Während ein Großteil der Schülerinnen und Schüler mit den Kulissen, den Kostümen und der Öffentlichkeitsarbeit beschäftigt war, übte ich mit anderen kleinere Szenen oder machte mit Einzelnen Übungen aus der Sprachgestaltung.

Bereits vor den Sommerferien hatten wir begonnen, uns mit dem Thema zu beschäftigen. Wir waren im Herbst auf der Hütte, um selbst zu erfahren, wie das ist, wenn man längere Zeit am Stück ohne Geräusche zu machen den Tag verbringen muss. Außerdem hatten an einem Nachmittag seit Beginn des 8. Schuljahres verschiedene Theaterübungen gemacht. So reichten uns dann für die intensive Phase, um das eigentliche Stück zu erarbeiten, gute 4 Wochen aus, wobei wir auch zwei Wochenenden durcharbeiteten.
Am schwierigsten erwies es sich, die Großszenen zu proben, bei denen (fast) alle Schülerinnen und Schüler mitspielten. Hier brauchte es eine gehörige Portion Klarheit und Humor von mir, damit nicht bald alle Nerven blank lagen. Wichtig war immer, selbst zu wissen, wo ich mit den Schülerinnen und Schülern hin wollte, aber dabei nicht so fest in meine Vorstellungen zu sein, dass auch ihre Anregungen Raum fanden. "Wir spielen dir mal was vor." sagten sie zum Beispiel bei eines Szene, in der Suppe gegessen werden sollte. Und ihre Idee, wie Herr van Daan agieren sollte, war einfach die passendste.

Theaterarbeit mit Schülern ist etwas wundervolles. Wie viele kostbare Lernfelder eröffnen sich da: Wann muss ich auf die anderen Rücksicht nehmen? Wie bewusst bin ich mir meines eigenen Tuns? Wie bleibe ich in meiner Rolle, auch wenn ich gerade keinen aktiven Part auf der Bühne habe, aber trotzdem zu  sehen bin? Können sich die anderen auf mich verlassen? Wie lerne ich eigentlich so viel Text? Wie finde ich die Einsätze? Wo finde ich den Mut in mir, ganz allein auf der Bühne zu stehen?... 

Welche Sozialkompetenzen werden hier neben den wundervollen künstlerischen Erfahrungen erworben!


Literatur, durch die ich meinen Weg für die Theaterarbeit gefunden habe:

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